Olija im Test (PC): Solider Plattformer mit Charme, Pixel und Harpune

von Marco Mainz

In Olija versucht ein Schiffsbrüchiger ein geheimnisvolles Land zu verlassen. Mit einer magischen Harpune bewaffnet, bahnt sich der Abenteurer seinen Weg. Für wen sich der pixelige Plattformer lohnt, verraten wir im Test.

Olija erzählt die Geschichte des Fischers Faraday. Weil es in seiner Heimat nicht mehr genügend Fisch im Meer gibt, mit dem er den Tribut an sein Reich zahlen kann, entschließt er sich mit weiteren Menschen zu fliehen. Die Ironie des Schicksals sorgt dafür, dass ausgerechnet ein Wal sein zerbrechliches Schiff inmitten eines Sturmes zerstört. Die Crew erleidet Schiffsbruch auf dem Inselarchipel Terraphage.

Im geheimnisvollen Land erwartet Faraday jedoch nichts Gutes. Nachdem der Abenteurer erwacht, ist auf sich allein gestellt. Von der Crew keine Spur. Nachdem er eine magische Harpune findet, wird Faraday von schwarzen Schleimwesen attackiert, weshalb er dieses Land schnell wieder verlassen möchte.

Schnell fällt auf, dass dies nicht so ohne weiteres geht. Das mächtige Schattentor im Norden kann nur mithilfe von drei magischen Schlüsseln geöffnet werden. Um diese zu erlangen muss Faraday die schwarzen Kreaturen und später auch die wachenden Krieger des Landes bekämpfen.

Mit magischer Harpune in den Kampf

Fortan schlitzen wir uns in dem 2D-Pixelplattformer von Skeleton Crew und Publisher Devolver Digital durch eine Vielzahl von Gegnern. In dem rund fünf Stunden Spielzeit des japanischen Titels müssen wir Fallen überlisten, feindliche Angriffswellen überwinden und kreative Bossgegner niederringen.

Allen voran die magische Harpune wird für den Großteil der Gameplaypassagen genutzt. Mit dieser kann Faraday sich nämlich zu Gegnern teleportieren, nachdem er sie mit der Wurfwaffe getroffen hat. Das sorgt für blitzschnelle Kämpfe innerhalb größerer Areale. Besonders im Kampf gegen mehrere Feinde, ist die Harpune überlebenswichtig.

Daneben finden sich mit fortschreitendem Verlauf Sekundärwaffen, die Abwechslung in die Kämpfe bringen sollen. So richtig warm wird man mit den einzelnen Waffen jedoch kaum, da in der kurzen Spielzeit nur wenig Raum zum Ausprobieren gewährt wird. Gleiches gilt für anpassbare Hüte, die als Perks für den Charakter dienen und dabei mehr oder weniger modisch aussehen.

 
Die Hüte werden auf der provisorischen Insel Oaktide gegen Sammelbares freigeschaltet. Oaktide fungiert als Hub, wo wir uns zwischen den Leveln von den Kämpfen erholen können. Bei Bedarf lässt sich hier auch die maximale Gesundheit gegen Edelsteine erweitern.

Wer dann noch Edelsteine über hat, kann sie dem örtigen Seemann geben, der damit seine Loot-Fahrt finanziert und bei seiner Rückkehr Sammelbares mitbringt, womit die bereits genannten Hüte bei Hutmacher genäht werden.

Stimmungsvolle Pixel-Welt

Gut finden wir, dass Oaktide mit der Zeit an Leben gewinnt, weil sich dort immer mehr Schiffsbrüchige versammeln und sie Faraday durch ihre Befreiung mit der Zeit als Baron ansehen. Groß ausgespielt wird der Umstand jedoch nicht.

Der Fokus liegt weiterhin auf den umliegenden Inseln, die durch die Fähre angesteuert werden. Mit der Zeit finden sich in den jeweiligen Leveln neue Karten, durch die der Bootsmann wiederum neue Inseln ansteuern kann. Diese sind nicht verpassbar, womit die Story geradlinig erzählt wird.

Wer großen Bombast erwartet, könnte etwas enttäuscht werden. Olija wird in kurzen knappen Zwischensequenzen inszeniert, wobei statt einer Sprachausgabe auf nicht verständliches Gemurmel mit Untertiteln zurückgegriffen wird. Das haben die Macher in Summe gut umgesetzt. Immerhin ist das Land Terraphage durch und durch geheimnisvoll, weshalb eine Sprachausgabe ohnehin keinen nennenswerten Mehrwert geliefert hätte.

Olija lässt es im Allgemeinen relativ ruhig angehen. Die Welt im feudalen Japano-Stil ist außerhalb der flinken Kämpfe bedächtig. Sogar eine kleine Romanze findet zwischen den Schwerthieben Platz. Eine ruhige Inszenierung und pointierte Sounds sorgen im Zusammenspiel mit dem Gameplay für einen ausgewogenen Mix.

Fazit

Kurzes nettes Vergnügen. So lässt sich Olija sicherlich gut beschreiben. Der 2D-Plattformer aus dem Hause Skeleton Crew entführt uns in eine schöne Fantasy-Welt mit Japano-Anleihen. Die  Geschichte um den schiffsbrüchigen Abenteurer ist auf der einen Seite schnörkellos erzählt, auf der anderen Seite aber auch etwas belanglos. Damit räumt der Titel besonders dem Gameplay sehr viel Platz ein und überzeugt mit seichtem und guten Kampfpassagen. Insbesondere die magische Harpune bringt einen netten, wenn auch nicht innovativen, Kniff in die Kämpfe.

Etwas stärker fordernde Bosskämpfe hätten es unserer Meinung nach schon sein dürfen. Unserer Meinung nach waren diese etwas zu simpel. Daher wären auch verstellbare Schwierigkeitsgrade für Genre-Veteranen hilfreich. Letztere werden die Mechaniken schnell meistern und eine vergleichbar anspruchslose Herausforderung vorfinden. Aber immerhin: Die Inszenierung aus Artstil, Sound und kurzen Cut-Scenes ist überaus gelungen und entführt Spieler in das geheimnisvolle Land von Terraphage.

Olija ist für Fans von kurzen Pixel-Plattformern definitiv eine Empfehlung wert. Ein schillerndes Genre-Benchmark darf hier jedoch nicht erwartet werden.

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